Modellvorhaben „Muldental in Fahrt“

Nachdem der Kreistag des Landkreises Leipzig am 28. September 2016 den einstimmigen Beschluss zur Umsetzung des zukunftsweisenden Modellvorhabens „Muldental in Fahrt“ gefasst hat, gibt es bereits seit dem 11. Dezember 2016 erste Veränderungen des Busverkehrs im Muldental.

In einem ersten Schritt haben zwei neue (Linie 659 und 689) und zwei optimierte Buslinien (Linie 613 und 694) den Betrieb aufgenommen. Mit mehr Haltestellen, besserer Anbindung – auch am Wochenende, am Abend und in den Ferien – ist für bessere Erreichbarkeit, Mobilität und Lebensqualität im Muldental gesorgt.

 

Eine weitere Stufe zur Verbesserung des Verkehrsangebotes in der Region erfolgt im Sommer 2017.

Nächste Schritte

Zu Beginn des neuen Schuljahres am 6. August 2017 wird der sogenannte integrale Taktfahrplan (ITF) als nächste, große Umsetzungsstufe im gesamten Modellgebiet des Muldentals eingeführt. Dieses innovative Regionalbusnetz mit

  • Neuen Verbindungen
  • Besserer Erschließung
  • Regelmäßigem Fahrplanangebot
  • Höherem Fahrkomfort durch den Einsatz moderner Fahrzeuge

hebt den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Region auf eine neue Qualitätsstufe.

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Mit dem innovativen Regionalbusnetz nimmt der Landkreis Leipzig eine Vorreiterrolle in ganz Sachsen beim Thema Mobilität im ländlichen Regionen ein –  weg von der Ausdünnung des ÖPNV, hin zu einem richtig attraktiven Mobilitätsangebot für alle Muldentaler Einwohner.

Ein innovatives Busnetz

Das Modellvorhaben „Muldental in Fahrt“ wird seit drei Jahren durch die strategischen Partner Landkreis Leipzig, Regionalbus Leipzig GmbH, Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) und dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund GmbH (MDV) erarbeitet, um einen Paradigmenwechsel hinsichtlich der Erreichbarkeit, Mobilität, Daseinsvorsorge und damit Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger außerhalb der urbanen sächsischen Großstädte zu entwickeln.

Im Landkreis Leipzig wurde hierfür ein Raum im Korridor der Städte Bad Lausick, Brandis, Colditz und Grimma ausgewählt, in dem etwa 100.000 Menschen leben.

Partner Muldental

Das Regionalbusnetz

Das bestehende PlusBus-Netz in der Region wird um Linien, die im festen 1-Stunden- oder 2-Stunden-Takt verkehren, erweitert. Das bedeutet, die Abfahrt an einer Haltestelle und für eine Linie findet in der jeweiligen Stunde zur selben Minute statt, regelmäßig, verlässlich und ohne Ausnahmen.

Die Regionalbuslinien haben die Aufgabe, Ortschaften miteinander zu verbinden. Denn nicht in jedem Orts- oder Gemeindeteil findet sich dasselbe Angebot an Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten, Behörden, Cafés, Schulen, Betrieben etc. – eben alles für ein gutes Leben. Zusätzlich sind die Buslinien an die S-Bahn und Regionalbahnen der Region angebunden – der Umstieg zwischen Bus und Bahn wird gesichert.

Das Ziel ist es, vor allem in den Abendstunden, am Wochenende und in den Schulferien mehr Fahrten als heute anzubieten. So können auch Freizeitwege bequem mit dem Bus erledigt werden.

Damit jede Linie mit möglichst vielen anderen Linien verknüpft wird und dadurch eine maximale Zahl von Anschlüssen entsteht, existieren ausgewählte Haltestellen, an denen sich immer mindestens zwei Linien zur selben Zeit treffen (=Knotenhaltestellen). Dadurch ist ein Umstieg zwischen den Linien problemlos möglich und mit wenigen Umstiegen ist so die gesamte Region mit dem Bus erreichbar.

Netz Muldental

Regionalbusnetz Muldental in Fahrt

 

Die Stadtbussysteme

In Zukunft soll es zusätzliche lokale Busnetzte, die Stadtbusse, geben, und zwar in Bad Lausick, Brandis, Colditz und Grimma. Sie sind im Gegensatz zu den Regionalbussen die in der Region verkehren auch in den Zentren der Region unterwegs und richten sich vor allem danach aus, an möglichst vielen Haltestellen zu halten und auf diese Weise nahezu das gesamte Stadtgebiet zu erschließen, inklusive wichtiger Einrichtungen, Orte und Freizeitangebote. Damit soll sichergestellt werden, dass die Bürgerinnen und Bürger der Region nur kurze Wege bis zur nächsten Haltestelle zurücklegen müssen.

Um ein attraktives Stadtbusangebot zu gewährleisten, sollen die Stadtbuslinien im 30-Minuten-Takt verkehren. Wie die Regionalbusse sind auch die Stadtbusse an die S-Bahnen und die Regionalbahnen angebunden.

Damit ein Umstieg zwischen den Stadtbuslinien sowie zu den Regionalbuslinien erfolgen kann, treffen sich die Buslinien an zentralen Haltestellen (=Rendevoushaltestellen).

Als Stadtbusse kommem Minibusse zum Einsatz. Sie sind nicht größer als die Lieferfahrzeuge, die von Paketzustellern genutzt werden und können deshalb auch durch kleine Gassen fahren. Durch ihren stufenlosen Eingangsbereich ermöglichen sie den Fahrgästen einen bequemen Einstieg.

Stadtbussystem Muldental in Fahrt

Die Regionalbus Leipzig GmbH modernisiert im Zuge der Einführung des neuen Liniennetzes kontinuierlich ihren Fuhrpark. Mit den modernen Bussen in verschiedenen Größen können Fahrgäste problemlos alle rollenden Hilfsmittel wie Kinderwagen, Rollstühle und Rollatoren mitnehmen. Eine großzügige Plattform im Innenraum garantiert die komfortable Unterbringung,  so dass man ohne Hindernisse im Muldental unterwegs sein kann.

fahrzeuge-regionalbus-leipzigFuhrpark Regionalbus Leipzig GmbH

Wem nutzt das neue Busnetz?

  • Familien, Senioren, Singlehaushalte und Touristen damit diese auch ohne Auto auf ihren alltäglichen Wegen mobil sein können
  • Gewerbetreibende und Berufstätige damit Mitarbeiter und Kunden den Betrieb problemlos erreichen können
  • junge Menschen wie Schüler, Auszubildende und Studenten damit sie innerhalb und außerhalb der Schul- und Unizeiten in der Region unterwegs sein können

Projektpartner

Begleitet wird das Modellvorhaben „Muldental in Fahrt“ durch eine Lenkungsgruppe, bestehend aus folgenden strategischen Partnern:

Logo Landkreis Leipzig

Logo Regionalbus Leipzig GmbH

Logo ZVNL

Logo Mitteldeutscher Verkehrsverbund

logo_bad_lausick

Bad Lausick

logo_brandis

Brandis

logo_colditz

Colditz

logo_grimma

Grimma

Das erklärte Ziel der Partner ist es, das Regionalbusnetz und die vier Stadtbusnetze des Projektes „Muldental in Fahrt“ so schnell wie möglich einzuführen, um gemeinsam die Region zu stärken.