Schaffe, schaffe, Streckle baue: Der Bornaer Modellbahnverein

22. März 2022

Die Modellbahner im Bornaer Modellbahnverein gehen für detailverliebte Miniatur-Streckenabschnitte in die Spur. Wir haben mit Vereinsmitglied Jens Thieme gesprochen.

Gebirge aus Draht und Gips, Bahnsteige gefertigt aus Sperrholz, Einfamilienhäuser aus Plastik: Der Modellbahnbau erfordert bei der Gestaltung der Streckenabschnitte nicht nur Kreativität, sondern auch handwerkliches Geschick. Beim Bornaer Modellbahnverein e. V. sind insgesamt 18 Mitglieder am Werk, die mit verschiedenen Materialien reale Streckenabschnitte auf den kleinen Maßstab herunterbrechen und die Weichen für fantasievolle Eigenkreationen stellen.

Die Welt im Hosentaschenformat

Insgesamt 15 Anlagen werden hier gehegt, gepflegt und stetig weiter ausgebaut: Von Streckenabschnitten mit der kleinsten Spur N (Maßstab 1:160) über die größte Spur 0 (1:45) bis hin zu einer mit Dampf betriebenen Lok gibt es hier alles, was das Modellbau-Herz begehrt. Dabei freuen sich nicht nur die Vereinsmitglieder über Mini-ICEs, winzige Menschlein, blinkende Häuserreihen und farbenfrohe Gebirgszüge. Zur jährlichen Ausstellung, die das nächste Mal am 21. Mai 2022 stattfinden soll, kommen Modellbau- und Eisenbahnfans aus nah und fern, um die verschiedenen Lokomotiven in Aktion zu sehen. "Aber wir tüfteln auch für Auftraggeber oder im Rahmen von verschiedenen Festen und Anlässen", erzählt Mitglied Jens Thieme, der seit 37 Jahren im Verein ist. "Zum Beispiel haben wir zum Landeserntedankfest das Bornaer Reichstor, ein Wahrzeichen unserer Stadt, detailgetreu nachgebaut und beim großen Festtagsumzug auf einem Wagen durch die Stadt kutschiert. Auch ein ehemaliges Kraftwerk, ein Kohlerevier oder eine Stadtkirche durften wir in den kleinen Maßstab übertragen." Viele der Modelle dienen heute dazu, Techniken und Verfahren der Vergangenheit für die Nachwelt anschaulich in Szene zu setzen. An solchen Nachbauten sei es besonders spannend, dem Original so nah wie möglich zu kommen und somit für viel Wiedererkennungswert zu sorgen. Aber auch das Gestalten von Modellen aus der Fantasie heraus hat seine Vorteile: Hier gibt es noch mehr kreativen Spielraum. Zum Beispiel lassen sich gezielt Eyecatcher setzen – etwa ein Julia-Roberts-Filmplakat an einer Hausfassade.

Vom Modellbaufan zum Lokführer

Die meisten der 18 Vereinsmitglieder toben sich in diesem kreativen Spielraum bereits seit Kindheitstagen aus. So auch der heute 56-jährige Jens Thieme, der mit sieben Jahren eine Modellbahnbau-Startpackung geschenkt bekam. "Ab diesem Zeitpunkt war ich Feuer und Flamme: Ich habe die heimische Modelleisenbahn stetig weiter ausgebaut und regelmäßig Modellbahnausstellungen besucht. Besonders spannend fand ich dabei immer das Feld der Elektrizität. Als in der Schule der Physikunterricht eingeführt wurde, hatte ich schon ein paar Vorkenntnisse und war voll in meinem Element."

Nicht alle seiner Mitschülerinnen und Mitschüler konnten Jens Thiemes Begeisterung damals teilen. Dafür trifft er heute im Bornaer Modellbahnverein auf viele Gleichgesinnte. Unter den insgesamt 18 Mitgliedern befinden sich nicht nur mehrere Rentner, die hier teilweise schon seit der Gründung des Vereins im Jahr 1966 am Werkeln sind. Auch der Nachwuchs ist mit fünf Jugendlichen gut vertreten. Dabei beschränkt sich die Leidenschaft nicht unbedingt auf die Miniatur: Viele der jüngeren Bahnsympathisanten wollen später einmal Lokomotivführer werden. Bis es so weit ist, erhalten sie im Verein erste Einblicke in die Funktionsweise der großen Bahn und natürlich das nötige Rüstzeug zum Tüfteln mit der kleinen. Ob Fräsen, Löten, Verdrahten, Schleifen, Lackieren oder Bemalen: Vor allem der landschaftliche Aspekt einer Anlage wird im Do-it-yourself-Verfahren aus dem Hut gezaubert. Häuser, Figuren und die Züge selbst sind hingegen in allen möglichen Farben und Facetten im Fachhandel des Vertrauens erhältlich.

Übrigens: Welche Arbeiten und Reparaturen an einer Bahn im Originalmaßstab anfallen, erfahren Sie in unserem Artikel "Fortschritt vs. Historie" über die altehrwürdige Naumburger Straßenbahn.

Der Zug des Schaffens

Aber ein guter Modellbahner legt nicht nur das nötige handwerkliche Geschick an den Tag. Auch reichlich Geduld und ein Auge fürs Detail sind maßgeblich für das Gelingen eines Projekts. Und wenn Letzteres der Fall ist, will man natürlich auch andere am Ergebnis teilhaben lassen. "Wenn man das ganze Jahr über getüftelt hat, steigt natürlich die Vorfreude auf die alljährliche Ausstellung in unseren Vereinsräumen", erzählt der gebürtige Bornaer Jens Thieme und ergänzt:

Es ist ein großartiges Gefühl, wenn all das funktioniert, worin so viel Mühe und Herzblut steckt. Wenn die Kinder mit leuchtenden Augen vor der Anlage stehen und wir mit interessierten Erwachsenen ins Gespräch kommen.

Nach all den Jahren hat die Ausstellung bereits ein gewisses Stammpublikum, das neue Streckenabschnitte und Erfindungen mit Spannung erwartet. Gerade im Austausch ergeben sich immer neue Anreize und Ideen, die dann letztlich in neue Projekte einfließen. So fährt der Zug des Schaffens für Jens Thieme und seine Kollegen immer weiter durch eine selbst gebastelte Landschaft voller Spaß an Spiel, Handwerk und Elektrizität.

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Anfahrt:

  • S6 aus Richtung Leipzig, Markkleeberg und Geithain bis Borna Bahnhof. Weiter mit StadtBus Linie B in Richtung Borna, H.-Heine-Straße bis Haltestelle Breiter Teich, oder Fußweg ab Bahnhof ca. 20 Minuten.

  • Linie 260 oder 279 aus Richtung Frohburg, PlusBus 276 aus Richtung Espenhain, PlusBus 141 aus Richtung Leipzig; alle bis Haltestelle Borna, Breiter Teich.

Adresse: Röthaer Str. 2, 04552 Borna

Bildquelle: Christian Hüller

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