Betriebliches Mobilitätsmanagement – Für einen starken Nahverkehr

31. August 2023 | Lesezeit: ca. 5 Minute(n)
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Das BMM-Team des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes berät Wirtschaftsunternehmen in Mitteldeutschland zu den Chancen eines guten betrieblichen Mobilitätsmanagements. Seine Mission: Mitarbeiter*innen in den Unternehmen den Nahverkehr für den Arbeitsweg schmackhaft machen und so dem mitteldeutschen Wirtschaftsstandort zu einem noch attraktiveren Image verhelfen.

Robert Götze, Janis Adler und das gesamte BMM-Team des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes haben ein hohes Ziel. Sie wollen die Unternehmen im MDV-Gebiet dazu bewegen, ihre Mitarbeiter*innen für den öffentlichen Personennahverkehr zu begeistern.

Was kann ein gutes betriebliches Mobilitätsmanagement leisten?

Bus in Delitzsch

BMM steht für den etwas sperrigen Begriff „Betriebliches Mobilitätsmanagement“. „Dahinter verbirgt sich ein ganzheitliches Konzept, das Unternehmen und ihren Mitarbeiter*innen den Übergang vom Auto zum ÖPNV so angenehm und stressfrei wie möglich gestalten soll“, erklärt Robert Götze, Mitarbeiter der Verkehrsplanung im BMM-Team.

Der studierte Geograf unterstreicht dabei neben dem Beitrag für den Klima- und Umweltschutz vor allem die geringeren Kosten für alle Beteiligten. „Im bundesweiten Schnitt legen Pendelnde etwa 15 km pro Strecke zurück. Im eigenen Auto kostet das bei 21 Arbeitstagen rund 80 Euro Sprit. Und da sind die Unterhaltskosten noch gar nicht drin. Da sind unsere Angebote auf jeden Fall günstiger.“ Götze ergänzt: „Betroffen davon sind viele. Allein in die Stadt Leipzig pendeln täglich 100.000 Menschen aus den umliegenden Städten und Landkreisen, in Halle sind es etwa 40.000.“ Wenn mehr Mitarbeitende den ÖPNV nutzen, sind sie weniger gestresst und damit effizienter am Arbeitsplatz. Außerdem fördert es das Image des Unternehmens, spart gegebenenfalls Platz für Firmenparkplätze und ermöglicht es Azubis, Kund*innen und Besucher*innen umweltfreundliche Mobilitätsoptionen zu nutzen. Aber auch Arbeitnehmer*innen, die weniger Geld für Mobilität zur Verfügung haben, sind preiswerter unterwegs und trotzdem voll mobil. 

Beratung im ländlichen Raum

Betriebliches Mobilitätsmanagement, Mitarbeiter Robert Götze und Janis Adler im Gespräch

Natürlich kennen Robert Götze und Janis Adler auch die Nachteile schlechter oder umständlicher öffentlicher Verkehrsanbindungen, vor allem im ländlichen Raum. Um diese aus der Welt zu schaffen, arbeiten im BMM-Team des MDV nicht nur Marketing-Expert*innen, sondern auch Verkehrsplaner*innen mit besten Kontakten zu den Verkehrsunternehmen im MDV-Gebiet. „Wir schauen uns im Vorfeld genau an, wie die Unternehmen aufgestellt sind, wo die Angestellten wohnen, welche Verkehrsverbindungen es schon gibt und welche noch geschaffen werden müssten“, berichtet Janis Adler und ergänzt: „Und wenn dann eine Bushaltestelle vor dem Werkstor fehlt oder eine Verbindung nicht zum Schichtplan der Firma passt, bringen wir die Akteure dafür an einen Tisch und schauen, welche Lösungen es geben kann.“

Wirtschaftsnetzwerk als Türöffner

Um den Fuß in die Tür zu bekommen, arbeitet das BMM-Team eng mit Dachverbänden und Wirtschaftspartnern wie der Invest Region Leipzig GmbH, der IHK, den Wirtschaftsförderungen vor Ort und den Landkreisen zusammen. „Sie stellen uns dann meist in den Unternehmen vor und ebnen uns den Weg für erste Gespräche“, berichtet Adler und ergänzt, „Wir gehen aber auch selbst zu Netzwerktreffen oder setzen uns an Unternehmerstammtische.“ Einmal im Unternehmen kann das Team dann ihr ganzes Know-how des Dialogmarketings ausspielen.

Die Mitarbeitenden informieren nicht nur über Tarife, Anbindungen und andere Details des BMM, sondern holen die Verkehrsunternehmen mit an den Tisch, um eventuelle Fahrplananpassungen oder Haltestellenverlegungen zu besprechen. Außerdem liefert das BMM-Team Informationsmaterial für die interne Kommunikation der Unternehmen, quasi frei Haus. Sie werben an der Basis für den ÖPNV und informieren über neue Entwicklungen und aktuelle Apps und Tarife, die für die Arbeitgebenden als auch Arbeitnehmenden am jeweiligen Standort in Frage kommen.

Deutschlandticket auch als Jobticket

Deutschlandticket

Die effektivste Maßnahme im betrieblichen Mobilitätsmanagement eines Unternehmens ist es natürlich, den Mitarbeiter*innen ein Jobticket anzubieten. Das ist für beide Seiten steuerfrei und kann von den Arbeitnehmer*innen zudem noch privat genutzt werden. Arbeitgeber*innen zahlen beim Deutschland-Jobticket mindestens 25 Prozent dazu. Manche übernehmen es sogar ganz und nutzen es direkt als Lohnerhöhung. Die individuelle Beratung übernimmt auch hier das BMM-Team des MDV.

„Ein Großteil aller neuen Abonnent*innen entscheiden sich momentan für das Deutschlandticket“, erläutert Götze. Was das D-Ticket auch als Jobticket vor allem für Pendelnde so attraktiv macht, ist der Preis und die universelle Nutzbarkeit. Unabhängig von Tarifzonen und Verkehrsverbünden lassen sich so grenzübergreifend alle Verkehrsmittel des Nahverkehrs nutzen – egal ob Bus, Straßenbahn, S-Bahn oder Regionalzug. Mit allen Arbeitgeberzuschüssen und dem festen Rabatt von fünf Prozent zahlen die Nutzer*innen nur noch maximal 34,30 Euro im Monat. Ein wahres Universal-Schnäppchen. Neben dem Deutschland-Jobticket gibt es auch weiterhin alle anderen Jobtickets aus dem klassischen MDV-Sortiment.

BMM-Team steht noch am Anfang

Das Projekt „BMM-Beratung von Unternehmen“ durch den MDV läuft seit 2022 im gesamten Verbundgebiet. Im Moment betreut das Team rund 38 Unternehmen, Tendenz rasant steigend. Wobei Betreuung wortwörtlich gemeint ist. Wenn Unternehmen einmal beraten wurden und im besten Fall einen Rahmenvertrag für das Jobticket abgeschlossen haben, kümmern sich die Mitarbeiter*innen des BMM-Teams auch in Zukunft um Unternehmensfragen zum ÖPNV oder geänderte Mobilitätsansprüche der Mitarbeiter*innen im Betrieb.

shop_jobticket-arbeitgeber_2022

„Wir wollen die Beratung in Zukunft ausbauen und haben dafür schon 40 Gewerbegebiete im MDV-Gebiet priorisiert“, sagt Robert Götze und ergänzt: „Noch nie war es so einfach, über das eigene Unternehmen ein Jobticket zu bekommen. Wir empfehlen allen Mitarbeitenden: Fragen Sie bei Ihrem Arbeitgebenden nach. Gern beraten wir dann beide Seiten zu allen offenen Fragen.“ Die Leidenschaft für die Sache des ÖPNV ist im BMM-Team spürbar. So ist es sicher, dass Robert Götze, Janis Adler und das gesamte Team noch viele Unternehmen in der Region von den Vorteilen eines guten Betrieblichen Mobilitätsmanagements überzeugen werden.

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