MDV-Verbunderweiterung im Dezember 2019

Ab 15. Dezember 2019 erweitert sich das MDV-Gebiet nach Norden: Der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg sowie in der Stadt Dessau-Roßlau wird in den MDV integriert. Zudem wird die Tarifzone 279 (Könnern) in den MDV-Tarif eingegliedert.

Dritte Gebietserweiterung in der MDV-Historie

Seit Verbundstart wurde das Verbundgebiet bereits zwei Mal – in den Jahren 2004 und 2005 – erweitert. Die Gebietserweiterung im Dezember 2019 wird erstmals als Teilintegration umgesetzt, da nur die SPNV-Achsen im MDV Nord in den Verbundtarif integriert werden. Für Bus- und Straßenbahnfahrten im Erweiterungsgebiet gelten weiterhin die derzeitigen Tarife der Vetter GmbH und der Dessauer Verkehrs GmbH. Das mittelfristige Ziel ist die vollumfängliche Integration der Bus-, Straßenbahn und Zugverkehre in den MDV.

Verbundgebiet wächst beachtlich

Flächenmäßig vergrößert sich das Verbundgebiet durch die Teilintegration des MDV Nord nochmals um fast 50 Prozent. Zudem wird der sachsen-anhaltische Flächenanteil am Verbundgebiet größer sein als der sächsische, der bisher den größten Anteil ausmachte.

Karte_Verbunderweiterung

 

Einwohner zum
31.12.2015
Fläche in km2
MDV heute 1,72 Mio. 7.516
MDV Nord 0,38 Mio 3.754
Summe 2,10 Mio.
(+ 22 %)
11.283
(+ 50 %)

Ziele der Verbunderweiterung

Der MDV verfolgt mit der „Norderweiterung“ folgende Ziele:

icon_personen  Für Fahrgäste, Berufspendler und Touristen

  • Mobilitätsangebot in der Region stärken
  • Berufspendlern im Großraum Dessau-Roßlau, Wittenberg, Bitterfeld-Wolfen, Halle (Saale) und Leipzig den Umstieg auf Bus und Bahn erleichtern
  • Zugang zum Nahverkehrssystem vereinfachen
  • Pendlern und Touristen mehr Möglichkeiten bieten, auch ohne Auto zur Arbeit / zum Ausflugsziel in Mitteldeutschland zu gelangen

icon_zonen  Für einen starken und leistungsfähigen Verbund

  • Fahrgastzahlen zwischen bisherigem und künftigen Verbundgebiet steigern durch einen einfachen und günstigen Verbundtarif
  • den bisherigen Verbundraum sowie Verkehrsunternehmen im Verbund stärken

icon_umwelt  Für die Lebensqualität in Mitteldeutschland

  • weiterhin einen wichtigen Beitrag zu ökologischer und nachhaltiger Verkehrsabwicklung leisten
  • Verkehrskollaps in den wachsenden Oberzentren vermeiden

icon_entdeckertour  Für Wirtschaft und Kultur

  • Stärkung des Wirtschaftsraums Mitteldeutschland
  • Stärkung der Kultur vor Ort

Was ändert sich für Fahrgäste?

Durch die Teilintegration wird es zum Beispiel möglich sein, mit der S-Bahn aus dem MDV Nord in den MDV zu fahren und dort mit dem gleichen Ticket auch Bus und / oder Straßenbahn zu nutzen. Bisher mussten für die gleiche Fahrt zwei Tickets gekauft werden. Hiervon profitieren in erster Linie Pendler, die zwischen MDV Nord und dem derzeitigen Verbundgebiet unterwegs sind. Auch für Ausflügler wird die Fahrt zwischen MDV und MDV Nord einfacher.

Fahrgästen aus dem bisherigen MDV-Gebiet ist es ab 15. Dezember 2019 möglich, mit Zug und S-Bahn zum MDV-Tarif in den MDV Nord zu fahren. Bisher war für diese Fahrt ein DB-Ticket nötig.
Insbesondere Fahrgäste mit einem Ticket mit netzweiter Gültigkeit erhalten künftig zum gleichen Preis einen deutlichen Mehrnutzen.

Verkehrlich profitieren die Fahrgäste in den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg sowie in der  Stadt Dessau-Roßlau bereits heute von einem sehr guten S-Bahn- sowie Regionalexpress-Anschluss in die Oberzentren Halle / Saale und Leipzig. So sind die beiden Städte Dessau und Lutherstadt Wittenberg mit der S8 nach Halle angebunden und mit der S2 nach Leipzig. Außerdem kommen Fahrgäste mit dem RE13 von Dessau nach Leipzig. Durch die Integration der S-Bahn Mitteldeutschland im nördlichen Bereich in den MDV wird es neben der durchgängigen verkehrlichen Verbindung ab Dezember 2019 nun auch eine durchgängige Tarifierung geben.

Hinweis für Studierende mit MDV-Vollticket:

Die Erweiterung des MDV-Gebietes ist nicht im MDV-Vollticket enthalten, weil es bisher kein Bestandteil der Vertragsverhandlung war. Für die Fahrt in den MDV Nord benötigen Studierende ab dem letzten Haltepunkt im alten MDV-Gebiet ein gültiges Anschlussticket aus dem MDV-Fahrkartensortiment.

Der MDV Nord

Bauhaus_Dessau

Im MDV Nord liegt neben den beiden Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg auch die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau. Sie ist ab Dezember 2019 das dritte Oberzentrum im Verbundgebiet. Die Stadt liegt an der Mündung von Mulde und Elbe und hat mit dem Bauhaus eine UNECSO-Welterbestätte im Stadtkern und mit dem Dessau-Wörlitzer Gartenreich eine zweite in unmittelbarer Umgebung zu bieten. Ein kulturelles Highlight der Stadt Dessau-Roßlau im Jahr 2019 ist das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum.
Markt_Wittenberg

Der Landkreis Wittenberg ist der östlichste Landkreis Sachsen-Anhalts und wird von der Elbe und der Schwarzen Elster durchflossen. Die Kreisstadt ist Lutherstadt Wittenberg, dessen Schlosskirche die Stadt durch Luthers Thesenanschlag 1517 weit über ihre Grenzen hinaus bekannt macht.
Goitzsche_Bitterfeld
In seiner heutigen Form existiert der Landkreis Anhalt-Bitterfeld seit der Gebietsreform 2007. Der Verwaltungssitz befindet sich in Köthen (Anhalt), die nach Einwohnern größte Stadt des Landkreises ist aber die durch die Chemieindustrie geprägte Stadt Bitterfeld-Wolfen. Den Süden des Landkreises bestimmen stillgelegte Braunkohletagebaue. Hier entstand unter anderem der Große Goitzschesee, ein touristisches Highlight der Region.

Integration der Tarifzone Könnern

Ab 15. Dezember 2019 wird parallel zur Integration der SPNV-Linien im MDV Nord auch die Tarifzone 279 Könnern (Salzlandkreis) in den MDV-Tarif eingegliedert. Im Zuge der Verbunderweiterung wird es dann auch möglich sein, zum MDV-Tarif die SPNV-Verbindungen nach Könnern zu nutzen.