29

Mrz

2012

Verkehrswissenschaftliches Know-How für strategische Entscheidungsprozesse im öffentlichen Nahverkehr

Startschuss für eine längerfristig angelegte Zusammenarbeit im mitteldeutschen Raum

Das Institut für Wirtschaft und Verkehr der Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“ der Technischen Universität Dresden und der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) werden künftig intensiv zusammen arbeiten. Dies besiegelten Prof. Dr. Bernhard Wieland, Direktor des Instituts für Wirtschaft und Verkehr und Inhaber der Professur für Verkehrswirtschaft und internationale Verkehrspolitik, und MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann mit ihrer Unterschrift unter eine Vereinbarung, in der die gemeinsamen Zielsetzungen und Aufgaben definiert sind. Der Unterzeichnung, die heute am Rande der in Dresden stattfindenden 23. Verkehrswissenschaftlichen Tage stattfand, waren nur wenige Sondierungsgespräche vorausgegangen. Schnell war man sich einig, dass mitteldeutsche Aufgabenstellungen am besten mit mitteldeutschem Know-How gelöst werden können.

Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund, der gemeinsam mit seinen 26 integrierten Verkehrsunternehmen im Großraum Halle-Leipzig der Mobilitätsdienstleister für rund 1,8 Mio. Menschen ist, beschäftigt sich mit einer Reihe von zukunftsweisenden Fragen. So unter anderem der Problematik, ob die Wohnortwahl von der Verfügbarkeit guter Nahverkehrsverbindungen abhängt. Daraus ableitend ergibt sich die weitere Frage, inwieweit gute ÖPNV-Anbindungen von und zu den Mittelzentren den Abwanderungstrend von jungen Bürgern in die großen Ballungsgebiete aufhalten oder ihm zumindest entgegenwirken kann. Auf der Basis des verkehrswissenschaftlich quantifizierten Erreichbarkeitsbegriffs und unter Anwendung wissenschaftlicher Methoden der Ökonometrie sollen hierzu wissenschaftlich fundierte Antworten  diese Fragestellungen erarbeitet werden. Sie sollen es Entscheidern  den Ober- und Mittelzentren erleichtern, Strategien für die urbane und regionale Entwicklung zu erarbeiten. „Wir wollen damit klären, ob es wirklich sinnvoll ist, immer mehr Straßen zu bauen oder ob dem Öffentlichen Nahverkehr in der Raumplanung ein größerer Stellenwert einzuräumen ist.“ erläutert MDV-Geschäftsführer Lehmann während der Vertragsunterzeichnung den Wunsch nach Antworten auf die aufgeworfenen Fragen. Diese haben letztlich auch Auswirkungen auf die Ausgestaltung der Finanzierung des Nahverkehrs und werden den erforderlichen Handlungsbedarf aufzeigen. Mit diesbezüglichen Untersuchungen will  MDV auch dem Dienstleistungsanspruch seinen  gegenüber, zu denen sowohl Aufgabenträger als auch Verkehrsunternehmen gehören, noch stärker Rechnung tragen als bisher.

Darüber hinaus werden die Wissenschaftler der TU Dresden für den MDV prüfen, inwieweit ein einheitlicher Verbundtarif die Verkehrsmittelwahl zugunsten des ÖPNV beeinflussen kann. Ergebnisse aus beiden Aufgabenstellungen werden für den Herbst 2012 erwartet. Sowohl die Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“ als auch der MDV sind sich einig, dass beide Untersuchungen erst den Auftakt für eine langfristige und kontinuierliche Zusammenarbeit bilden.

Vertragsunterzeichnung MDV_VWT

Foto (v.l.n.r.): Nach der Vertragsunterzeichnung während der 23. Verkehrswissenschaftlichen Tage in Dresden
Prof. Arnd Stephan, Prodekan der Fakultät Verkehrswissenschaften
Steffen Lehmann, Geschäftsführer des MDV
Prof. Bernhard Wieland, Direktor des Instituts für Wirtschaft und Verkehr
Prof. Christian Lippold, Dekan der Fakultät Verkehrswissenschaften
Fotoautor: Andreas Surma

Mehr Informationen

Technische Universität Dresden
Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“
Professur für Verkehrswirtschaft und internationale Verkehrspolitik
Institut für Wirtschaft und Verkehr
Prof. Dr. rer. pol. habil. Bernhard Wieland
Chemnitzer Straße 48
01187 Dresden
Tel.: +49/0351/463-36790
E-Mail: Bernhard.Wieland@tu-dresden.de