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Freizeit & Kultur

Verkehrsprojekt PUMa erfolgreich abgeschlossen

3 Jahre, 14 Maßnahmen und 17,8 Mio. Euro Fördersumme. Wir blicken zurück auf drei Jahre PUMa.

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Datum
Lesezeit
8 Min

Vor allem die Mobilität von Pendlerinnen und Pendlern in Leipzig und dem Umland sollte im Projekt durch neue und verbesserte Angebote optimiert werden. Und das hat auch sehr gut geklappt – bis auf ein Teilprojekt (welches noch bis April 2026 in die Verlängerung geht) wurden alle geplanten Maßnahmen erfolgreich in der dreijährigen Laufzeit umgesetzt. Das Beste für alle Fahrgäste: Fast alle Angebotsverbesserungen durch PUMa konnten nach Projektende im Linienbetrieb integriert werden.  

Gefördert vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) war das Verkehrsprojekt vor allem auf Angebote ausgerichtet, die den ÖPNV für Berufspendlerinnen und -pendler attraktiver machen und so den Umstieg vom privaten Pkw auf Bus und Bahn erleichtern. An der Umsetzung beteiligt waren der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV), die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), Nordsachsen mobil (NOMO) und Regionalbus Leipzig (RL).

Zahlen & Fakten zum Projekt

Das war PUMa

PUMa – das Akronym steht für „Pendlermobilität in Leipzig und Umland stärken – Mobilität und Verkehrswende aktiv voranbringen“.

  • Dauer: 3 Jahre (12/2022–12/2025)
  • Fördersumme: 17,6 Mio. €
  • Gesamtbudget inkl. Eigenanteil: 22 Mio. €

In drei Teilprojekten standen folgende Hauptziele im Fokus:

1. (Verbesserte) Angebote zur Erschließung von Gewerbestandorten einführen.
2. Pendlerbezogene Angebote in zeitlichen und räumlichen Randlagen verbessern.
3. Anreizsysteme zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung schaffen.

Ergebnisse in Teilprojekt 1: Die Anbindung von Gewerbegebieten

Ein zentrales Anliegen von PUMa war es, Pendlerinnen und Pendler noch besser an ihre Arbeitsorte zu bringen. Berufsverkehre sollten entlastet werden und der ÖPNV zuverlässig auch zu Schichtzeiten und in Tagesrandlagen genutzt werden können. Für weniger Stau auf den Straßen und komfortables Pendeln auf dem Arbeitsweg.

Die Ergebnisse hier können sich sehen lassen. Seit dem Projektstart verbindet die neue Buslinie 84 das BMW-Werk im Industriepark Nord auf direktem Weg mit den Umstiegspunkten S-Bahnhof Messe und Mockau Post.

Um die neue Linie sinnvoll in das bestehende Netz einzubinden, wurden zudem die Linien 82, 83 und 86 angepasst. Zudem fährt die Linie 91 seit November 2023 im ganztägigen 30-Minuten-Takt zwischen Rathaus Wahren und dem Güterverkehrszentrum.

Ergebnisse im Teilprojekt 2: Angebote in zeitlichen und räumlichen Randlagen

Damit Pendlerinnen und Pendler nicht nur schneller, sondern auch flexibler ans Ziel gebracht werden, wurden auf zahlreichen Linien z. B. den Buslinien 72 und 73 Fahrten ergänzt oder wie bei den Linien 74, 79 und 80 zusätzliche Abendfahrten hinzugefügt. Im Straßenbahnbetrieb wurden die Linien 11 und 11E nach Hänichen verlängert und der Takt werktags auf 10 Minuten verdichtet.

Um einen flexiblen ÖPNV auch in Stadtrandlagen zu garantieren, wurde das On-Demand-System Flexa im Süden Leipzigs um die Stadtteile Mölkau-Süd, Dölitz-Dösen und Baalsdorf erweitert. Fahrgäste profitieren nun auch hier von einem dichten Haltepunktnetz, kurzen Wegen und attraktiven Umstiegen in die Innenstadt oder zu benachbarten Stadtrandgebieten.

Auch die Rufbusangebote in den Landkreisen wurden im Modellprojekt deutlich ausgeweitet: NOMO führte im Landkreis Nordsachsen in Schkeuditz und Bad Düben zusätzliche Fahrten und die neue Pendler-Schnellbuslinie X5 ein. Regionalbus Leipzig ergänzte sein Angebot in Grimma, Colditz und Markkleeberg.

Dank der Flexa- und Rufbus-Angebote konnten so auch bisher weniger gut angeschlossene Gewerbegebiete nutzerfreundlicher an das bestehende ÖPNV-Netz angebunden werden.

Ergebnisse im Teilprojekt 3: Multimodale und digitale Anreize für Pendler

Neben „Angeboten auf der Straße“ wie Taktverdichtungen und neuen Linien standen auch digitale und multimodale Angebote im Fokus, die es noch leichter machen sollen, das Auto stehen zu lassen. Im Leipziger Norden wurde so ein Bikesharing-System eingeführt, das Bus, Tram und Fahrrad verknüpft.

Unter dem Ansatz „Öffis fahren lohnt sich!“ wurde die LVB-App LeipzigMOVE um das Bonusprogramm BonusMOVE erweitert. Bei Nutzung der App sammeln Fahrgäste Punkte für Buchungen im ÖPNV, Bikesharing, E-Scooter oder Taxi und können diese bei Partnern in und um Leipzig einlösen.

Um Unternehmen gezielt Anreize zu geben, den ÖPNV stärker im Bewusstsein ihrer Beschäftigten zu verankern, wurde das verbesserte Angebot im Bereich des Betrieblichen Mobilitätsmanagements kontinuierlich an Unternehmen und Mitarbeitende kommuniziert. Parallel dazu erfolgte eine Digitalisierung und Vereinfachung der Prozesse rund um das Jobticket durch das neu aufgesetzte Firmenkundenportal der LVB.

Unter dem Namen „Mobilitätsbudget“ wird aktuell noch an der Einführung eines Produkts gearbeitet, welches es Firmen ermöglicht, ihren Mitarbeitenden ein monatliches Budget zur Verfügung zu stellen, das für sämtliche Mobilitätsdienstleistungen innerhalb der App LeipzigMOVE nutzbar ist. Dieses Teilprojekt ist noch nicht abgeschlossen und geht bis zum 30. April in die Verlängerung.

Nachhaltige Fortführung und Zukunftsperspektive

Viele der beschriebenen Maßnahmen von PUMa werden auch nach Projektende dauerhaft fortgeführt. Dazu zählen unter anderem:

  • die Flexa-On-Demand-Shuttles in Stadtrandlagen
  • die Pendler-Schnellbuslinie X5 >> ab 2026 als PlusBus-Linie 132 stündlich auf der Route Leipzig, Schönauer Ring – Miltitz – Lindennaundorf – Frankenheim – Dölzig – Schkeuditz
  • die Rufbus-Erweiterungen im Landkreis Leipzig
  • das Bikesharing im Leipziger Norden
  • die digitalen Angebote wie BonusMOVE und Firmenkundenportal

Unser Fazit: Ein Projekt, das nachwirkt!

Dank PUMa ist der ÖPNV in Leipzig und dem Umland spürbar attraktiver und flexibler geworden. Gewerbegebiete konnten besser angebunden, Takte und Linien gezielt an die Bedürfnisse von Pendlerinnen und Pendlern angepasst sowie digitale Anreize und flexible Rufbusangebote etabliert werden, die bei den Fahrgästen auf große Resonanz stoßen. Dies belegen sowohl die steigenden Nutzungszahlen als auch der hohe Anteil der Maßnahmen, die über das Projektende hinaus dauerhaft in den Linienbetrieb übernommen wurden.

Über die konkreten Angebotsverbesserungen hinaus wurden im Rahmen des Projekts strategische Zukunftsziele entwickelt. Sie bilden die Grundlage für integrierte Mobilitätsangebote wie Mobilitätsstationen, Jobtickets, Mietertickets und Mobilitätsbudgets, die sich gezielt an Pendler, Unternehmen und Quartiersentwickler richten. Das Projekt zeigt damit eindrucksvoll, wie regionale Zusammenarbeit und passgenaue Maßnahmen nachhaltige Wirkung entfalten können.

Fotos: LVB-Angebote/Leipziger Gruppe, 2024; Bonus MOVE/Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH, 2025; MDV