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Jahreskonferenz 2026 diskutiert die Zukunft des Pendelns in Mitteldeutschland

Wie kann länderübergreifende Mobilität in Mitteldeutschland weiterhin leistungsfähig und verlässlich gestaltet werden, um das tägliche Pendeln zum Arbeitsplatz oder zur Ausbildung mit dem öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) noch attraktiver zu machen? Diese Frage und vor allem auch der Blick auf die Finanzierung standen im Mittelpunkt der heutigen Jahreskonferenz der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland gemeinsam mit dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) in der Red Bull Arena Leipzig. Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Verkehrsbranche und Kommunen diskutierten über die Weiterentwicklung regionaler Mobilitätsangebote, die Anforderungen einer starken Pendlerregion sowie die Rolle des Nahverkehrs als Wirtschafts- und Standortfaktor.

Eröffnet wurde die Jahreskonferenz von Burkhard Jung, 1. Vorsitzender der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland. „Ein Schlüssel für die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land ist die Mobilität in der Region, vor allem im öffentlichen Nahverkehr. Es braucht leistungsfähige Mobilitätsangebote, die Menschen, Unternehmen und Arbeitsorte zuverlässig miteinander verbinden“, erklärte Burkhard Jung. „Die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland bietet als starker Wirtschaftsraum in Ostdeutschland ideale Voraussetzungen für moderne Pendlermobilität über Ländergrenzen hinweg. Die Jahreskonferenz zeigt, wie wichtig die enge Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Verkehrsakteuren ist, um die Mobilität in unserer Region nicht nur leistungsfähig zu erhalten, sondern zukunftsfähig weiterzuentwickeln.“

Die Bedeutung leistungsfähiger Mobilitätsangebote zeigt sich auch in den Entwicklungen der vergangenen Jahre. So stieg die Zahl der ÖPNV-Fahrgäste im Gebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes von rund 167 Millionen im Jahr 2005 auf rund 284 Millionen im Jahr 2025. Gleichzeitig haben die Verflechtungen zwischen den Oberzentren deutlich zugenommen: Die Zahl der täglichen ÖPNV-Pendler aus und nach Leipzig hat sich seit den 2000er Jahren von rund 37.000 auf fast 88.000 mehr als verdoppelt. Auch aus und nach Halle (Saale) nahm die Zahl der täglichen Pendler im Nahverkehr deutlich zu – von rund 17.000 auf über 29.000. Die Zahlen verdeutlichen die wachsende Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs für den Arbeits- und Wirtschaftsraum Mitteldeutschland.

Impulse für eine vernetzte Mobilität

Mit einer gemeinsamen „persönlichen Zeitreise“ blickten Steffen Lehmann, Geschäftsführer Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH (MDV), und Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH, auf die Entwicklung der regionalen Mobilität und die Zusammenarbeit in Mitteldeutschland zurück. Zugleich wurde das 25-jährige Jubiläum des MDV gewürdigt. Thomas Dienberg, Aufsichtsratsvorsitzender des MDV, betonte dabei die Bedeutung einer länderübergreifenden Zusammenarbeit für die Zukunft der Mobilität in Mitteldeutschland.

„Der MDV ist seit 25 Jahren Garant für eine grenzüberschreitende Mobilität in Mitteldeutschland und damit ein Schlüssel für die Zukunft des ÖPNV und die wirtschaftliche Entwicklung in den drei Ländern. Unterschiedliche Aufgabenträger und Interessen zusammenzuführen, ist anspruchsvoll, zugleich aber die Grundlage dafür, Mobilität regional ganzheitlich und zukunftsfähig zu denken.“

Im anschließenden Impulsvortrag sprach Senator Dr. Anjes Tjarks, Präses der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende der Freien und Hansestadt Hamburg, über die Bedeutung vernetzter Mobilität für wirtschaftsstarke Regionen und die gemeinsame Verantwortung von Politik und öffentlicher Hand bei der Gestaltung moderner Mobilitätsangebote.

„Ob auf dem Weg zur Arbeit, zur Ausbildung oder zum Arzttermin – für viele Menschen endet Mobilität längst nicht mehr an der Landesgrenze. Gerade wachsende Metropolregionen wie auch Hamburg stehen deshalb vor der Herausforderung, Mobilität grenzüberschreitend verlässlich, effizient und nachhaltig zu gestalten. Hamburg zeigt, wie entscheidend dafür eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten, langfristige Investitionen und der konsequente Ausbau moderner Infrastruktur sind. Denn leistungsfähige Mobilität erleichtert nicht nur den Alltag vieler Pendlerinnen und Pendler, sondern stärkt unsere Wirtschaftskraft, den Arbeitsmarkt und die Lebensqualität.“

Im Fokus der anschließenden Podiumsdiskussion „Urbane Mobilität & Regionale Verantwortung“ standen insbesondere die länderübergreifende Zusammenarbeit sowie die Anforderungen wachsender Pendlerströme mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Gemeinsam mit Senator Dr. Anjes Tjarks diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit Akteuren aus Politik und Verkehrsbranche über die Zukunft regionaler Mobilitätsräume.

Praxisperspektiven für die Verkehrswende

Weitere Impulse setzte Oliver Wittke, Vorstandssprecher Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR (VRR), mit einem Vortrag zur Vernetzung von Wirtschaft und Mobilität in Nordrhein-Westfalen. In der darauffolgenden Podiumsdiskussion „Vernetzung Stadt-Umland – Die Praxis der Verkehrswende“ wurden gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen, Verkehrsunternehmen und Regionalplanung konkrete Herausforderungen und Lösungsansätze für die Mobilität in urbanen und ländlichen Räumen besprochen.

Am Nachmittag boten zwei praxisbezogene Zukunftswerkstätten vertiefende Einblicke in den mitteldeutschen Raum. Im Mittelpunkt standen dabei die Fragen, wie Nahverkehr zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen kann, welche Rolle Nahmobilität als Standortfaktor für Kommunen und Landkreise spielt, aber auch welche Rahmenbedingungen derzeit Grenzen setzen. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Tourismus, Industrie, Verkehrsunternehmen und kommunaler Verwaltung brachten dazu konkrete Erfahrungen und Perspektiven ein.

„Rückblickend sind die ersten 25 Jahre MDV eine Erfolgsgeschichte, die geprägt ist von der gemeinsamen Überzeugung, Mobilität über Länder- und Verwaltungsgrenzen hinweg konsequent aus Fahrgastsicht zu gestalten. Die heutigen Impulse aus Praxis, Wirtschaft und anderen Regionen haben aber auch gezeigt, dass die Zukunft des ÖPNV in Mitteldeutschland neben guten Ideen aus der Branche genauso auch ein dauerhaft klares politisches Bekenntnis und verlässliche Finanzierung braucht – diesen Weg wollen wir als MDV mit allen Verbundpartnern weiterhin aktiv mitgestalten“, formuliert MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann als Anspruch für die nächsten Jahre.

Die Jahreskonferenz 2026 wurde durch die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland gemeinsam mit dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) durchgeführt. Die Veranstaltung war Teil des 25. Jubiläumsjahres des MDV.

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