Zum Hauptinhalt springen

Verkehrsprojekt PUMa

Berufliche Mobilität im Fokus

Pendlermobilität in Leipzig und Umland stärken

Pendlermobilität in Leipzig und Umland stärken – Mobilität und Verkehrswende aktiv voranbringen – dafür stand das Verkehrsprojekt PUMa. Ein zentrales Anliegen war es, Berufspendlerinnen und -pendler noch besser an ihre Arbeitsorte zu bringen. Berufsverkehre sollten entlastet und der ÖPNV zuverlässig auch zu Schichtzeiten und in Tagesrandlagen genutzt werden können. Für weniger Stau auf den Straßen und komfortables Pendeln auf dem Arbeitsweg.

Ziele und Projektpartner

An der Umsetzung des vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) geförderten ÖPNV-Projekts beteiligt waren neben dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), Nordsachsen mobil (NOMO) und Regionalbus Leipzig (RL). In drei Teilprojekten standen folgende Hauptziele im Fokus:

1. Die Einführung von (verbesserten) Angeboten zur Erschließung von Gewerbestandorten.
2. Optimierte Angebote für Pendler in zeitlichen und räumlichen Randlagen.
3. Die Schaffung von Anreizsystemen zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung.

  • Dauer: 3 Jahre (12/2022–12/2025)

Ergebnisse in den Teilprojekten

Ergebnisse in Teilprojekt 1: Die Anbindung von Gewerbegebieten

Durch PUMa sollten im Bereich ÖPNV-Angebot attraktive Berufsverkehre geschaffen und der ÖPNV zuverlässig auch zu Schichtzeiten und in Tagesrandlagen genutzt werden können. Hier eine Auswahl der Ergebnisse:

  • Durch PUMa verbindet die neue Buslinie 84 das BMW-Werk im Industriepark Nord auf direktem Weg mit den Umstiegspunkten S-Bahnhof Messe und Mockau Post.
  • Um die neue Linie sinnvoll in das bestehende Netz einzubinden, wurden zudem die Linien 82, 83 und 86 angepasst.
  • Die Linie 91 fährt seit Projektstart im ganztägigen 30-Minuten-Takt zwischen Rathaus Wahren und dem Güterverkehrszentrum.
Ergebnisse im Teilprojekt 2: Angebote in zeitlichen und räumlichen Randlagen

Damit Pendlerinnen und Pendler nicht nur schneller, sondern auch flexibler ans Ziel kommen, wurden Optimierungen beim Takt vorgenommen und zusätzliche Fahrten am frühen Morgen und in den Abendstunden ergänzt.

  • Auf den Buslinien 72 und 73 konnten Fahrten ergänzt, bei den Linien 74, 79 und 80 zusätzliche Abendfahrten hinzugefügt werden.
  • Im Straßenbahnbetrieb wurden die Linien 11 und 11E nach Hänichen verlängert und der Takt werktags auf 10 Minuten verdichtet.
  • Um einen flexiblen ÖPNV auch in Stadtrandlagen zu garantieren, wurde das On-Demand-System Flexa im Süden Leipzigs um die Stadtteile Mölkau-Süd, Dölitz-Dösen und Baalsdorf erweitert.
  • Die Rufbusangebote in den Landkreisen wurden im Modellprojekt deutlich ausgeweitet: NOMO führte im Landkreis Nordsachsen in Schkeuditz und Bad Düben zusätzliche Fahrten ein.
  • Die neue Pendler-Schnellbuslinie X5 verkehrte zu den Schichtzeiten auf der Route auf der Route Leipzig, Schönauer Ring–Schkeuditz (>> Nach Projektende wurde die X5 in die neue PlusBus-Linie 132 überführt).
Ergebnisse im Teilprojekt 3: Multimodale und digitale Anreize für Pendler

Neben „Angeboten auf der Straße“ wie Taktverdichtungen und neuen Linien standen auch digitale und multimodale Angebote im Projektfokus, die Anreize schaffen, das Auto stehen zu lassen.

  • Multimodale Angebote: Im Leipziger Norden wurde ein Bikesharing-System eingeführt, das Bus, Tram und Fahrrad verknüpft.
  • Bonus-Systeme: Unter dem Ansatz „Öffis fahren lohnt sich!“ wurde die LVB-App LeipzigMOVE um das Bonusprogramm BonusMOVE erweitert, bei dem Fahrgäste Punkte für Buchungen im ÖPNV, Bikesharing, E-Scooter oder Taxi sammeln.
  • Online-Services: Das neue Firmenkundenportal der LVB digitalisiert und vereinfacht viele Prozesse rund um das Jobticket.
  • Noch verlängert bis 20. April!
    Mobilitätsbudget:
    Die LVB arbeiten aktuell noch an der Einführung eines Produkts, welches es Firmen ermöglicht, ihren Mitarbeitenden ein monatliches Budget zur Verfügung zu stellen, das für sämtliche Mobilitätsdienstleistungen innerhalb der App LeipzigMOVE nutzbar ist.

Nachhaltige Fortführung der PUMa-Maßnahmen

Dank PUMa ist der ÖPNV in Leipzig und dem Umland spürbar attraktiver und flexibler geworden. Gewerbegebiete konnten besser angebunden, Takte und Linien gezielt an die Bedürfnisse von Pendlerinnen und Pendlern angepasst sowie digitale Anreize und flexible Rufbusangebote etabliert werden, die bei den Fahrgästen auf große Resonanz stoßen. Dies belegen sowohl die steigenden Nutzungszahlen als auch der hohe Anteil der Maßnahmen, die über das Projektende hinaus dauerhaft in den Linienbetrieb übernommen wurden. Dazu zählen unter anderem:

  • die Flexa-On-Demand-Shuttles in Stadtrandlagen
  • die Pendler-Schnellbuslinie X5 >> ab 2026 als PlusBus-Linie 132
  • die Rufbus-Erweiterungen im Landkreis Leipzig
  • das Bikesharing im Leipziger Norden
  • die digitalen Angebote wie BonusMOVE und Firmenkundenportal
Fotos: LVB-Angebote/Leipziger Gruppe, 2024; Bonus MOVE/Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH, 2025; Flexa Nordsachsen/Nordsachsen Mobil

Unser Fazit: Ein Projekt, das nachwirkt!

Über die konkreten Angebotsverbesserungen hinaus wurden im Rahmen des Projekts strategische Zukunftsziele entwickelt. Sie bilden die Grundlage für integrierte Mobilitätsangebote wie Mobilitätsstationen, Jobtickets, Mietertickets und Mobilitätsbudgets, die sich gezielt an Pendler, Unternehmen und Quartiersentwickler richten. Das Projekt zeigt damit eindrucksvoll, wie regionale Zusammenarbeit und passgenaue Maßnahmen nachhaltige Wirkung entfalten können.