Rippach-/Saaletal mobil

Die ländlich geprägte Region Hohenmölsen – Lützen – Teuchern – Weißenfels in Sachsen-Anhalt hat mit großen demografischen Veränderungen zu kämpfen. Schulen, medizinische Versorgungseinrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten sind schwer erreichbar, das gilt insbesondere für Menschen ohne eigenes Automobil. Hier muss der Öffentliche Personennahverkehr zukünftig mehr Verantwortung übernehmen, erhält dadurch aber auch die Chance, größere Marktanteile zu erreichen und die regionale Mobilität dadurch insgesamt nachhaltiger zu gestalten.

Zielsetzung

Ziel des Modellprojekts ist es, den Busverkehr für die Menschen in der Region zu einer tragfähigen alltäglichen Mobilitätsoption aufzuwerten. Er soll so umgestaltet werden, dass er neben dem Schülerverkehr auch für weitere Nutzergruppen, allen voran im Einkaufs-, Freizeit-, Tourismus- und Berufsverkehr, attraktiv ist. Die Erreichbarkeit von Einrichtungen soll erhöht, die Bedienungstakte verbessert und Anschlussbeziehungen maximal hergestellt werden. Um das neue System zukunftsfest zu machen, gilt es dabei im besonderen Maße, die sich ändernden Bedürfnisse einer älter werdenden Bevölkerung zu berück­sich­tigen.

Vorgehen / Ergebnisse

Nach der Analyse der im Untersuchungsgebiet vorhandenen Einrichtungen, Nutzungen und Verkehrsangebote und nach einer unter Teilnahme aller Projektbeteiligten durchgeführten Fachexkursion (s.u.) wurden die konzeptionellen Arbeiten nun weitestgehend abgeschlossen. Hierzu gehören:

  • die Konstruktion eines vertakteten Fahrplans mit den in der Region erforderlichen Verknüpfungspunkten und optimierten Linienführungen
  • Konzepte für die Bedienung von Teilräumen mittels Bedarfsangeboten (z. B. Rufbus)
  • Konzepte zur Verknüpfung mit dem Fahrradverkehr

Die Projektbeteiligten haben bei der Vorstellung der Zwischenergebnisse ein hohes Interesse an der Umsetzung der Lösungsvorschläge gezeigt. Sie werden dementsprechend im Rahmen des Nachfolgeprojekts ›ÖPNV-Konzept Burgenlandkreis 2020‹ aufgegriffen. Dieses soll in die Neuaufstellung des Nahverkehrsplans für den Burgenlandkreis einfließen. Ggfs. können einzelne Bausteine des Projektes auch schneller umgesetzt werden.

Fachexkursion im Bereich der Städte Lützen, Hohenmölsen, Weißenfels und Teuchern

Im Rahmen einer eintägigen Exkursion am 12.06.2015 haben sich Kommunalpolitiker aus Hohenmölsen und Teuchern, Verwaltungsmitarbeiter des Burgenlandkreises sowie Mitarbeiter des Mitteldeutschen Verkehrsverbunds (MDV), der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) und der PVG Burgenlandkreis unter Anleitung von Experten ein Bild vom aktuellen Zustand des Busverkehrssystems in der Region gemacht und Probleme selbst hautnah erlebt. Warum glaubt die Hälfte der bundesdeutschen Bevölkerung, dass der öffentliche Verkehr nicht geeignet sei, ein leistungsfähiges Mobilitätsangebot für alle Wegezwecke, wie bspw. einkaufen, Arztbesuche und Freizeitnutzung bereitzustellen? Diesem Thema wurde auf der Fachexkursion im Bereich der Städte Lützen, Hohenmölsen, Weißenfels und Teuchern mit dem Verkehrsexperten Prof. Heiner Monheim nachgegangen. Weil der MDV damit rechnet, dass vor allem auf dem Land in Zukunft viel mehr Menschen auf öffentliche Mobilität angewiesen sein werden, wurde das Projekt ›Rippach-/ Saaletal mobil‹ gestartet. Ziel ist es, den Busverkehr für alle Menschen zu einer tragfähigen alltäglichen Mobilitätsoption aufzuwerten. Für die Planung eines neuen Busnetzes holt sich der MDV Rat bei der kombiBUS Gruppe, die auch in anderen Regionen bereits Verbesserungen im Busverkehr erreichen konnte. Ausgangspunkt der Arbeiten ist dabei zunächst immer die Frage, in welchem Zustand sich das Busangebot aktuell befindet. Deshalb hat die kombiBUS Gruppe die gemeinsame Exkursion für alle Projektbeteiligten organisiert. Vor Ort konnten sich die Teilnehmer ein Bild von schwierigen Situationen und Negativbeispielen machen und gemeinsam künftige Lösungen erörtern.

Projektpartner

Begleitet wird das Modellprojekt „Rippach- / Saaletal mobil“ durch eine Lenkungsgruppe, bestehend aus:

Das Land Sachsen-Anhalt fördert das Projekt im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen für die Gestaltung des Demografischen Wandels. Seit November 2014 bearbeiten die Büros Interlink aus Berlin, raumkom aus Trier und die Fahrplangesellschaft B&B aus Oelsnitz/Vogtland das Projekt als Gutachter. Ergebnisse werden für Ende 2015 erwartet.