„Betriebe in Fahrt“ – Betriebliches Mobilitätsmanagement im Landkreis Leipzig

Im Rahmen der Fachkräfteallianz des Landkreises Leipzig widmet sich das von der Sächsischen Aufbaubank geförderte Projekt „Betriebe in Fahrt“ zwei Jahre lang dem Thema Betriebliches Mobilitätsmanagement. Auf diese Weise soll die Gewinnung und Sicherung von Fachkräften und Auszubildenden in der Region gefördert werden.

Aktuelle Meldungen

19.12.2018: Adventskalender der Wirtschaftsförderung Markranstädt

In einer gemeinsamen vorweihnachtlichen Aktion mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Markranstädt wurden persönliche Beratungen für Jung und Alt zum Thema Mobilität angeboten. Die kleinsten Besucher konnten sich derweil als Zug, Tram und Bus im MDV-Bobbycar-Rennen ausprobieren.

13.11.2018: Vorweihnachtliches Treffen der Einzelunternehmer in Markkleeberg

In einem Kurzvortrag wurde für etwa 125 Gewerbetreibende aus Markkleeberg die aktuelle Situation des öffentlichen Nahverkehrs vor Ort vorgestellt. Ebenfalls wurden Veränderungen, die ab dem Jahr 2019 schrittweise zur Verbesserung der S-Bahnverbindung von und nach Markkleeberg führen, präsentiert.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.markkleeberg.de

07.11.2018: Jobmesse für Arbeitssuchende mit Kindern in Grimma

Im soziokulturellen Zentrum von Grimma wurden im Rahmen einer kleinen Jobmesse für Arbeitssuchende mit Kindern persönliche Mobilitätsberatungen angeboten. Mit diesen Informationen soll den Bewerbern ein leichterer Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht werden, indem diese besser über die verschiedenen Mobilitätsmöglichkeiten im MDV-Gebiet informiert sind.

02.10.2018: 3. Treffen Projektlenkungskreis

Nach Dreiviertel der Projektlaufzeit wurde den Projektpartnern ein aktueller Stand der bisher erreichten strategischen und inhaltlichen Ziele innerhalb des Projektes „Betriebe in Fahrt“ vorgestellt. Daneben war die langfristige Implementierung des generierten Fachwissens wie auch die gemeinsame Strategie für eine Fortführung des Projektes mit allen Projektpartnern Thema.

21.09.2018: 10. Markranstädter Unternehmermesse (MUM) – Berufsorientierungs- und Verbrauchermesse

Auf der Markranstädter Unternehmensmesse (MUM) in der Stadthalle von Markranstädt stellte die regionale Wirtschaft einerseits potenziellen Arbeitnehmern Perspektiven und Möglichkeiten in der Region vor, andererseits konnten sich interessierte Verbraucher zu den Angeboten und Produkten der Firmen informieren.

Der MDV konnte dabei in persönlichen Gesprächen mit Arbeitnehmern und –gebern bzw. potenziellen Auszubildenden zum Thema ÖPNV informieren. Unter anderem konnten Fragen wie etwa zu An- und Abreisemöglichkeiten zum Ausbildungsplatz per Bus oder Bahn geklärt werden.

15.09.2018: Chance – Ausbildungsmesse Agentur für Arbeit

Bei der Ausbildungsmesse „Chance“ in der Agentur für Arbeit in Oschatz haben sich etwa 70 Unternehmen und Institutionen mit ihren Ausbildungsmöglichkeiten präsentiert. Im Rahmen dieses Schaufensters für die beruflichen Möglichkeiten der Region konnte auch der MDV gezielte Mobilitätsberatungen für angehende Auszubildende durchführen.

19.04.2018: Wirtschaftsempfang Markkleeberg

In einem Kurzvortrag wurden den anwesenden 224 Unternehmern und Unternehmerinnen an diesem Abend die Vorteile des Jobtickets im MDV vermittelt. Anschließend konnten individuelle Fragen dazu und zum Thema Mobilität allgemein am MDV-Informationsstand besprochen werden.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.markkleeberg.de

12.04.2018: JOBregional Schkeuditz

Die Bewerberbörse für regionale Jobs in Mitteldeutschland wird durch die Arbeitsagenturen Oschatz, Leipzig, Halle und Dessau-Roßlau-Wittenberg sowie den Jobcentern Nordsachsen, Leipzig und Halle organisiert.

Da für den Weg zur Arbeit und zurück auch der ÖPNV in der Region für viele Arbeitnehmer eine attraktive Möglichkeit sein kann, hat der MDV den Messebesuchern die verschiedenen Belange des ÖPNV, egal ob es sich um den Ticketerwerb, die Fahrplanauskunft oder den schnellsten Weg von und zur Arbeit handelt, durch persönliche Beratungen näher gebracht.

Was ist Betriebliches Mobilitätsmanagement?

Mobilitätsmanagement allgemein bezeichnet einen nachfrageorientierten Ansatz im Bereich des Personen- und Güterverkehrs, der neue Kooperationen initiiert und ein Maßnahmenpaket bereitstellt, um eine effiziente, umwelt- und sozialverträgliche Mobilität anzuregen und zu ermöglichen. Ein ideales Handlungsfeld im Rahmen des Mobiliätsmanagement stellen Gewerbeansiedlungen oder einzelne Betriebe dar. Sie sind zentrale Quellen und Ziele für verschiedene Verkehre wie Pendelverkehr, Dienstreiseverkehr, Kundenverkehr aber auch Güterverkehr.(1)

Mit Hilfe des Betrieblichen Mobilitätsmanagements für den Personenverkehr kann gezielt eine Mobilität gewährleistet werden, die sich nicht ausschließlich auf die Nutzung des eigenen PKWs konzentriert, sondern Mitarbeitern und weiteren Zielgruppen wie Kunden oder Besuchern auch alternative Optionen wie Nahverkehr, Radverkehr, Fußverkehr oder eine effizientere PKW-Nutzung ermöglicht. Um dieses Ziel zu erreichen, bedient sich das Betriebliche Mobiliätsmanagement einer großen Bandbreite an Maßnahmen für die verschiedenen Verkehrsmittel. Dabei ist hervorzuheben, dass keine grundsätzliche Pauschallösung existiert. Es ist vielmehr notwendig, jeden Betrieb oder Gewerbeansiedlung individuell zu analysieren, um daraus die passenden Mobilitätsmanagementmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Zum einen kann das Ziel sein, nur eine zeitbegrenzte Maßnahme (z. B. Rad-Aktionstag) zu verfolgen, zum andern einen umfassenden langfristigen Mobilitätsplan mit einem Maßnahmenmix zu entwickeln.

Maßnahmenauswahl im Rahmen des Betrieblichen Mobilitätsmanagements

Maßnahmenauswahl im Rahmen des Betrieblichen Mobilitätsmanagements

Wichtig für eine erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen ist, dass eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern wie Verkehrsunternehmen und Verwaltung erfolgt und eine Organisationsstruktur innerhalb der Betriebe eingerichtet wird. Jede Maßnahmenumsetzung muss durch eine gezielte Kommunikation an die Zielgruppen begleitet werden. Vor allem bei Maßnahmen, die bewusst Mitarbeiter ansprechen, ist eine Motivation durch das Unternehmen unerlässlich.

1 MOMENTUM/MOSAIC (2000): Handbuch für Mobilitätsmanagement, http://www.epomm.eu/downloads/MMhandbuch.pdf

weitere Quellen: http://www.mobilitaetsmanagement.nrw.de

Warum ist der Einsatz im ländlichen Raum erforderlich?

Der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens und einer ganzen Region hängt zu einem wesentlichen Teil von der Ausbildung und Verfügbarkeit von Fachkräften ab.

Vor allem ländlich geprägte Gebiete weisen hier aufgrund ihrer wirtschaftlichen, infrastrukturellen und demografischen Strukturschwächen sowie aufgrund eines Mangels an Ballungs- und Synergieeffekten natürliche Wettbewerbsnachteile auf. Die ausreichende Bereitstellung von qualifizierter Arbeitskraft ist vor allem in ländlichen Räumen nur über die Stärkung von Mobilität zu gewährleisten. Denn nur geringe Anteile der Arbeit könnten mittels Telekommunikationstechnik aus der Ferne, beispielsweise von zuhause aus, geleistet werden. Die für ländliche Räume prägenden Sektoren Industrie, Handwerk, Landwirtschaft und Tourismus dagegen sind hochgradig auf eine physische Anwesenheit der Beschäftigten angewiesen.

Die stark auf das Automobil fixierte Raumplanung und Standortentwicklung der vergangenen Jahrzehnte hat es versäumt, Teilgruppen von Fachkräften (und deren spezifische  Lebenssituationen) vorausschauend zu berücksichtigen, die nicht auf einen eigenen Pkw zurückgreifen können. Beispielsweise kommt der Motorisierte Individualverkehr schon allein für alle Auszubildenden nicht infrage, die noch minderjährig sind oder die sich den Erwerb der Fahrerlaubnis nicht leisten können; aufgrund der hohen privaten Fixkosten des Pkw-Besitzes aber ebenso wenig für untere Einkommensgruppen. Eine gemeinsame Studie der Bundesländer Berlin und Brandenburg(2) hat bereits im Jahr 2010 festgestellt, dass ein unzureichendes Mobilitätsangebot für junge Menschen mit den Ausschlag gibt bei der Entscheidung über eine Abwanderung aus ihrer ländlichen Heimat. Wirtschaftsakteure, also Unternehmen, Aufgabenträger, Kammern und Verbände, können daher nur dann langfristig Fachkräfte erfolgreich gewinnen und halten, wenn sie deren Mobilität sicherstellen. Um dies zu erreichen, spielt das Betriebliche Mobiliätsmanagement eine zentrale Rolle. 2 Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin und Brandenburg: Bleiben, gehen, wiederkommen? Lebenszufriedenheit und Wanderungsmotive junger Menschen in Brandenburg,November 2010, S. 19. gl.berlin-brandenburg.de/landesplanung/themen/mdb-bb-gl-landesentwicklungsplanung-daseinsvorsorge-bindungskraftgutachten.pdf

Viele Vorteile für Unternehmen und Mitarbeiter

Das Betriebliche Mobiliätsmanagement bietet Gewerbestandorten und Betrieben mit Fokus auf die Fachkräftesicherung und -gewinnung aber auch hinsichtlich weiterer Aspekte wesentliche Vorteile:

Vorteile des Betrieblichen Mobilitätsmanagements

  • Die Erreichbarkeit der Standorte wird für Mitarbeiter, Kunden und Besucher, vor allem für jene, die kein eigenes Auto besitzen, verbessert.
  • Die Attraktivität des Betriebes bei der Personalgewinnung steigt. Damit kann ein größerer Pool an Fachkräften angesprochen werden.
  • Die Kosten beim Bau und Betrieb von Firmenparkplätzen und -parkhäusern können reduziert werden. Die als Parkraum vorgesehenen Flächen können für andere (produktive) betriebliche Zwecke genutzt werden.
  • Die Mitarbeiter sind zufriedener und weniger gestresst, was sich folglich positiv auf die Arbeitsproduktivität auswirkt.
  • Die Unfallkosten für den Weg zur Arbeit werden gesenkt.
  • Die Imagewirkung des Unternehmens wird durch fortschrittliches Handeln und dem Beitrag zum Umweltschutz positiv beeinflusst.

Natürlich profitieren auch die Mitarbeiter konkret von den Maßnahmen des Betrieblichen Mobilitätsmanagements:

  • Sie können Kosten einsparen, indem sie beispielswiese ein vergünstigtes Job-Ticket erhalten oder aufgrund einer besseren Anbindung den Zweitwagen abschaffen können.
  • Sie haben eine bessere Wahlmöglichkeit zwischen Alternativen für den Arbeitsweg.
  • Der Arbeitsweg wird entspannter und sicherer.

Quelle: http://www.mobilitaetsmanagement.nrw.de

Ziele des Projektes 'Betriebe in Fahrt'

Das Projekt „Betriebe in Fahrt“ hat das Ziel, beim Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) als zentralen und integrierenden Mobilitätsakteur im Landkreis Leipzig ein Netzwerk in Sachen Betriebliches Mobilitätsmanagement aufzubauen und in eine langfristige Arbeitsstruktur zu überführen, um die verschiedenen Gewerbegebiete und Unternehmen der Region mit Unterstützung des Betrieblichen Mobiliätsmanagement zu mehr öffentlicher Nahmobilität im Landkreis Leipzig zu bewegen. In Folge dessen soll die Zuführung und Sicherung von Fachkräften in der ländlichen Region sichergestellt werden.

Karte betriebliches MobilitätsmanagementZu Beginn des Projektes wurde eine Struktur entwickelt, wie das Betriebliche Mobilitätsmanagement als unternehmerischer Erfolgsfaktor zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften zum Einsatz kommen kann. Seit 2018 werden in ausgewählten Pilotfällen Gewerbeansiedlungen zu dem Thema beraten. Zudem erfolgt die Umsetzung von Maßnahmen mit verschiedenen Partnern.

 

Projektpartner

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Logo Investregion Leipzig
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wappen sachsen

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.