14

Jan

2020

Einsteigen bidde!

Jeden Tag pendeln in Deutschland 60 Prozent aller Angestellten von ihrem Wohnort zur Arbeit. Sie auch? Dann sind Sie einer oder eine von vielen im MDV-Gebiet.

Großstädte sind Magneten – nicht nur für’s Shopping-Wochenende, sondern auch bei der Pendlermobilität. Denn in größeren Städten wie Leipzig und Halle (Saale) pendeln mehr Menschen zur Arbeit hinein, um dort zu arbeiten, als andersherum. Klar: hier gibt es mehr Arbeit – und außerhalb sind die Miet- oder Grundstückspreise günstiger. Für viele ein guter Grund, ins Umland zu ziehen und in der Stadt zu arbeiten.

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Aus Leipzig pendeln beispielsweise nur 27 Prozent der 226.578 Beschäftigten vom Wohnort zum Arbeitsplatz. Die meisten zieht es ins wenige Kilometer entfernte Schkeuditz und nach Halle. Bei den weiter entfernten Arbeitsorten rangieren Dresden und Berlin an erster Stelle. Jene Stadt wiederum, aus der die meisten Menschen nach Leipzig hinein pendeln, ist Markkleeberg. Von dort aus fahren 86 Prozent der 9.983 Beschäftigten nach außerhalb, zwei Drittel davon nach Leipzig – die meisten übrigens mit dem Auto. In Deutschland pendeln werktäglich über elf Millionen Menschen, dabei zählt allein Halle rund 40.237 Ein- und 30.247 Auspendler.

Vorteil ÖPNV

Dabei gibt es einiges, was aus Sicht von Pendlern für den ÖPNV spricht. Statistiken zeigen, dass Autopendler gestresster am Arbeitsort ankommen als jene, die mit Bus oder Bahn fahren. Die Gründe dafür sind vielfältig: Fahrgäste in Bus und Bahn können während der Fahrt zur Arbeit entspannt dösen, müssen keinen Parkplatz suchen oder sich den Weg durch Stau und Baustellen bahnen. Zudem sparen sich ÖPNV-Nutzer nicht nur Stress, sondern auch bares Geld.

Das stellen offenbar auch immer mehr Menschen fest. Aktuell pendeln noch 76 Prozent der Beschäftigten aus ländlichen Regionen mit dem Auto. In den Großstädten sind es dagegen nur noch knapp 50 Prozent. Und die Tendenz geht immer mehr in Richtung ÖPNV. „Der Öffentliche Nahverkehr im urbanen Raum ist mit einem Anteil von 25 Prozent am Pendlerverkehr bereits eine attraktive Alternative zum Individualverkehr“, weiß Steffen Lehmann, der darüber zum Business Mobility Brunch auf der Leipziger Messe unter anderem mit Verkehrsunternehmen, Mobilitätsanbietern, Politik und Gewerkschaften sprach, um konkrete Lösungen für eine bessere Pendlermobilität in Sachsen zu schaffen. Denn außerhalb der städtischen Zentren beträgt der Anteil des ÖPNV bislang lediglich 7 Prozent. „Deshalb arbeitet der MDV mit seinen Partnern an zukunftsfähigen Mobilitätskonzepten für den ländlichen Raum – denn es gibt immer etwas zu verbessern!“