17

Okt

2014

Mitteldeutscher Verkehrsverbund (MDV) stellt geforderte Finanzierungsstudie vor

Bürgerticket eines von zahlreichen Lösungsansätzen

Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) hat auf Wunsch der Politik Anfang dieser Woche die geforderte Finanzierungsstudie und alternative Finanzierungsvorschläge für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bis 2025 vorgestellt. Vor dem Bauausschuss der Stadt Leipzig präsentierte MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann verschiedene Szenarien, wie das Dilemma der künftigen Finanzierung des Öffentlichen Personennahverkehrs gelöst werden kann. Ein Rückzug des Nahverkehrs im prosperierenden Mitteldeutschen Raum wäre dabei die schlechteste Alternative.

Zu den unterbreiteten Beispielen gehört, die Grundsteuer um 1,1 Prozent zu erhöhen oder auf bewirtschaftete Parkflächen einen Aufschlag von zehn Cent zu erheben. Auch die Möglichkeit, einen Teil der ÖPNV-Kosten beim Erschließen neuer Wohngebiete auf den Grundstückspreis aufzuschlagen, wurde dargestellt. Zudem könne eine Art Bürgerticket – jeder Bürger zahlt im Monat einen Betrag um 20 Euro und kann im Gegenzug ohne Ticket die Busse und Bahnen des MDV nutzen – für die Sicherstellung des Nahverkehrs sorgen. Entgegen der aktuellen Berichterstattung stellt die Möglichkeit eines Bürgertickets eines von vier möglichen Szenarien dar – zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinerlei Präferenzen für oder gegen einen der Vorschläge. „Für uns geht es wie folgt weiter: Wir präsentieren die Finanzierungsstudie samt der alternativen Finanzierungsformen bis etwa Ende des Jahres vor den anderen für uns relevanten Kreisausschüssen bzw. Stadträten. Danach müssen die Parteien und Fraktionen diskutieren, ob und wenn ja, welches der Modelle zukünftig genutzt werden soll“, erklärt Steffen Lehmann, Geschäftsführer des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes.

Ausgangspunkt der Finanzierungsstudie war u. a. der Wunsch der Politik, der MDV solle mit einem Zeithorizont bis 2025 die finanzielle Entwicklung zu den laufenden Aufwendungen und den Investitionen darstellen und eben alternative Finanzierungswege aufzeigen. Wie die Studie belegt, steigt der Finanzbedarf für den ÖPNV kontinuierlich. So benötigen die Unternehmen bis zum Jahr 2025 zusätzlich ca. 130 Mio. Euro für den laufenden Betrieb sowie rund 50 Mio. Euro Investitionsmittel. Gemeinsam mit dem Berliner Ingenieurbüro ETC erarbeitete der MDV daraufhin Wege, wie die Kosten auf mehrere Schultern verteilt werden können. Als eine von sechs tragenden Säulen des Konzepts empfehlen die Gutachter dabei die alternativen Finanzierungswege stärker einzubeziehen.